Brandenburg Vernetzt
 
 

Dörferbefragung 2015

Unser Verein hat im 2. Quartal 2015 ca. 300 Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner aus 20 Dörfern der drei LEADER-Regionen Märkische Seen, Fläming / Havel und Elbe / Elster befragt. Ihnen allen sowie den fleißigen Helfern aus den Dörfern und den Regionalmanagern sei von dieser Stelle noch einmal herzlich gedankt!

 

Die Ergebnisse waren vor Ort mit Vertretern der Dörfer, Gemeinden und Regionen ausgewertet und dadurch bereichert worden. Bei den Meinungsäußerungen der Dorfbewohner ging es um die Probleme, Erfahrungen, Wünsche und Vorschläge der jeweiligen Dorfgemeinschaft bezüglich der Entwicklung ihres Dorfes. Diese Untersuchung war Teil einer Kampagne, die in 36 Ländern stattfand und der Vorbereitung des 2. Europäischen Ländlichen Parlaments diente. Die sehr unterschiedlichen Ergebnisse flossen als „Stimme der Dörfer Europas" im November 2015 auf diesem Parlament der Dörfer zusammen, das in dem kleinen Städtchen Schärding in Österreich stattfand.

 

Der Verein „Dorfbewegung Brandenburg" hatte in Deutschland die Initiative ergriffen, wodurch allein aus diesem Bundesland die Stimmen deutscher Dörfer dort zur Geltung kamen. Zuvor waren Vertreter aller Fraktionen des Brandenburger Landtages mit den Ergebnissen bekannt gemacht und eingeladen worden, sie am 10. Oktober im Rahmen des „Tages der Dörfer" einer Arbeitsgruppe gemeinsam mit Dorfvertretern zu beraten.

 

In einem mehr als 100 Seiten langen zusammenfassenden Bericht über die internationalen Ergebnisse wurde an acht Stellen ausführlich aus dem Brandenburger Bericht zitiert; etliche Vorschläge und Forderungen der Brandenburger Dörfer konnten durch die Delegation des Vereins Dorfbewegung Brandenburg, die am 2. Europäischen Ländlichen Parlament mitwirkte, direkt in die Ausarbeitung des dort beschlossenen „Europäischen Ländlichen Manifestes" eingebracht werden.

 

 

Somit konnten wir halten, was wir den Befragten versprochen hatten: dass ihre Erwartungen und Forderungen politisch von der lokalen bis zur europäischen Ebene Gehör finden werden. Überdies bestehen gute Chancen, dass diese Stimmen der Brandenburger Dörfer auch Eingang in die vom Landtag eingesetzte Enquetekommission zum ländlichen Raum finden.

 

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Die Befragung in 2015 war Teil einer europaweiten Kampagne, mit der Dorfbewegungen aus 25 Ländern das 2. Europäische Ländliche Parlament (ERP) vorbereiten, das im November 2015 in Österreich stattfand. Dieses ERP findet alle zwei Jahre statt. Es wird von drei europäischen ländlichen Netzwerken1 veranstaltet und ist ein europaweites Treffen von Dörfern, die dort vor allem durch Dorfbewegungen repräsentiert werden.

 

Die Kampagne bestand aus drei Teilen:

  • In den beteiligten Ländern wurden Dorfbewohner nach ihren Erfahrungen, Wünschen, Problemen, Kritiken und Erwartungen hinsichtlich der Dorfentwicklung befragt;
  • die Schlussfolgerungen, die sich daraus für die Dorfgemeinschaften und die Politik ergeben, wurden in Treffen von Befragten und Entscheidungsträgern (der kommunalen, LAGen und Landesebene) gemeinsam gezogen
  • die Ergebnisse der Befragung und die Schlussfolgerungen flossen in einem breiten Strom von Ideen aus den beteiligten Ländern zusammen und wurden als starke Stimme der Dörfer Europas auf dem 2. ERP präsentiert.

 

Da sich dieser „bottom up – Strom" wie ein „aufwärts fließender Wasserfall" vorstellen läßt, wurde das Projekt „Kaskade-Kampagne" genannt.

 

Durch die Teilnahme an der Befragung und deren Auswertung bestand für die beteiligten Dorbewohner/innen die Möglichkeit, auf die eigene Dorfentwicklung und auf die Dorfpolitik von der lokalen bis zur europäischen Ebene Einfluss auszuüben. Der Fragebogen konnte relativ einfach und schnell durch Ankreuzen von Vorgaben ausgefüllt werden. Als günstigste Methode hat sich ein Interview erwiesen. Die Befragung erfolgte absolut vertraulich und anonym. Je Dorf wurden 25-30 Dorfbewohner/innen mit Hilfe ehrenamtlicher Kräfte befragt / interviewt. Die Auswertung der Fragebögen erfolgte zentral.

 

Auswertung der Befragung